Weg des Vertrauens
Mysteria Iesu Christi

Jahreskreis II (Juni – November)
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Verwerfungsgeschick u. Mission der Jünger (6,1-29)
Wer ist Jesus von Nazareth?
15
Martyrium Johannes’ des Täufers | Mk 6,17-29 | 6,20
Ein gerechter und heiliger Mann.
• König Herodes Antipas (Landesfürst von Galiäa)
• Herodias, Frau seines Halbbruders Philippus 
• Johannes, Herodias’ Tochter, Hofstaat, Bürger

Herodes hatte nämlich Johannes
festnehmen und
ins Gefängnis werfen lassen.
Schuld daran war Herodias,
die Frau seines Bruders Philippus,
die er geheiratet hatte.
denn Johannes hatte zu Herodes gesagt:
• Du hattest nicht das Recht,
  die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen
Herodias verzieh ihm das nicht und
wollte ihn töten lassen
sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen,
denn Herodes fürchtete sich vor Johannes,
weil er wusste, dass dieser
• ein gerechter und heiliger Mann war
  darum schützte er ihn
• sooft er mit ihm sprach,
  wurde er unruhig und ratlos,
• und doch hörte er ihm gern zu
eines Tages –
ergab sich für Herodias
eine günstige Gelegenheit
an seinem Geburtstag lud Herodes
seine Hofbeamten und Offiziere zusammen
mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa
zu einem Festmahl ein
da kam die Tochter der Herodias und
tanzte und sie gefiel dem Herodes und
seinen Gästen so sehr,

dass der König zu ihr sagte:
• Wünsch dir, was du willst,
  ich werde es dir geben
Er schwor ihr sogar:
• Was du auch von mir verlangst,
  ich will es dir geben, und
  wenn es die Hälfte meines Reiches wäre
sie ging hinaus und fragte ihre Mutter:
• Was soll ich mir wünschen?
Herodias antwortete:
• Den Kopf des Täufers Johannes
da lief das Mädchen zum König hinein
und sagte:
• Ich will, dass du mir sofort
  auf einer Schale
 
den Kopf des Täufers Johannes
  bringen lässt
d
a wurde der König sehr traurig,
aber weil er vor allen Gästen
einen Schwur geleistet hatte,
wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen
deshalb befahl er einem Scharfrichter,
sofort ins Gefängnis zu gehen und
den Kopf des Täufers herzubringen
• der Scharfrichter ging und
  enthauptete Johannes
dann brachte er den Kopf auf einer Schale,
gab ihn dem Mädchen und
das Mädchen gab ihn seiner Mutter
• als die Jünger des Johannes das hörten,
• kamen sie, holten seinen Leichnam und
• legten ihn in ein Grab

Verbot der Ehe mit Frau des Halbbruders (Lev 20,21)
Furcht vor Volksaufstand durch Johannes’ Predigt
Rachsucht der Herodias (höfische Intrige)
Scheu vor dem prophetischen Gottesmann
Irrationaler Schwur des Herodes Antipas
Leidenschaften siegen über bessere Erkenntnis
Johannes ist nicht in Jesus auferstanden (Mk 6,16)
Jesu Geschick spiegelt sich im Geschick des Täufers
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Verwerfungsgeschick u. Mission der Jünger (6,1-29)
Wer ist Jesus von Nazareth?
14
Verschiedene Urteile über Jesus | Mk 6,14-16 | 6,15
Er ist ein Prophet.
• König Herodes Antipas (7. Sohn Herodes’ d. Gr.)
• Landesfürst in Galiäa-Peräa (4 v. – 39 n. Chr.)
• Bericht über die Meinung Unbekannter

König Herodes hörte von Jesus ‒
denn sein Name war bekannt geworden und
man sagte:
• Johannes der Täufer ist
  von den Toten auferstanden
  deshalb wirken solche Kräfte in ihm
andere sagten:
• Er ist Elija
wieder andere:
• Er ist ein Prophet,
  wie einer von den alten Propheten
  als aber Herodes von ihm hörte,
sagte er:
• Johannes, den ich enthaupten ließ,
  ist auferstanden

Vom Wunderwirken schließt man auf Jesu Person
Frage nach seiner Messianität steht im Raum
Volksglaube an Wiederkunft einzelner Propheten
Spirituelle Grundwahl: Wer ist Jesus für mich?
Ist seine Person, Weisung, Handeln mein Weg?
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Verwerfungsgeschick u. Mission der Jünger (6,1-29)
Scheidung der Geister
13
Aussendung u. Mission der Zwölf | Mk 6,6b-13 | 6,8
Nichts auf den Weg mitnehmen.
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleiter
• Wanderung durch benachbarte Dörfer
• Verkündigung in Umgebung von Nazareth

Jesus zog durch die benachbarten Dörfer –
und lehrte
er rief die Zwölf zu sich 
• und sandte sie aus,
  jeweils zwei zusammen
• er gab ihnen die Vollmacht,
  die unreinen Geister auszutreiben
• und er gebot ihnen,
  außer einem Wanderstab
  nichts auf den Weg mitzunehmen,
• kein Brot,
• keine Vorratstasche,
• kein Geld im Gürtel,
• kein zweites Hemd und
• an den Füßen nur Sandalen
und er sagte zu ihnen:
Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt,
bis ihr den Ort wieder verlasst –
Wenn man euch aber in einem Ort
• nicht aufnimmt und
  euch nicht hören will,
• dann geht weiter und
• schüttelt den Staub von euren Füßen,
  zum Zeugnis gegen sie
die Zwölf machten sich auf den Weg und
riefen die Menschen zur Umkehr auf
• sie trieben viele Dämonen aus und
• salbten viele Kranke mit Öl und
• heilten sie

Eigenart der urchristlichen Mission
• Bedürfnislosigkeit
• Unentgeltlichkeit
• Friedfertigkeit
Priorität des Gottvertrauens vor Mitteln

Dreifache Instruktion der Jünger
• Wandern zu Zweit (6,7)
• Ausrüstungsregel
(6,8f.)
• Verhalten bei Aufnahme/Abweisung (6,10f.)
Übertragung exorzistischer Vollmacht
Salbung u. Heilung der Kranken
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Verwerfungsgeschick u. Mission der Jünger (6,1-29)
Scheidung der Geister
12
Jesu Verwerfung in seiner Heimat | Mk 6,1-6a | 6,4

Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat.
• Heimatstadt (Nazareth), Synagoge
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• Synagogenbesucher, Verwandte

von dort brach Jesus auf ‒
• kam in seine Heimatstadt
• seine Jünger begleiteten ihn
• am Sabbat lehrte er in der Synagoge
die vielen Menschen,
die ihm zuhörten, staunten und sagten:
• Woher hat er das alles?
• Was ist das für eine Weisheit,
  die ihm gegeben ist!
• Was sind das für Wunder,
  die durch ihn geschehen!
• Ist das nicht der Zimmermann,
  der Sohn der Maria und der Bruder
  von Jakobus, Joses, Judas und Simon?
• Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? – 
  sie nahmen Anstoß an ihm und
  lehnten ihn ab
• da sagte Jesus zu ihnen:
Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen
wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten
und in seiner Familie
• er konnte dort kein Wunder tun
• nur einigen Kranken legte er die Hände auf
• und heilte sie
er wunderte sich über ihren Unglauben

Wort vom Schicksal des Prophten als Erklärung (6,4)
4 Fragen der Hörer
• Ursache der spirituellen Kraft (Gott, Mensch, Satan)?
• Eigenart der Weisheit Jesu (aus sich selbst)?
• Qualität seiner Machttaten (wer wirkt durch ihn)?
• Wie kann Jesus der Messias sein (bekannte Herkunft)?
Glaubensverweigung durch Ignorieren (Verstockung)
Ablehnung als indirekte Bestätigung der Messianität
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Drei Höhepunkte des Wunderwirkens (4,35-5,43)
Wer ist dieser Mensch?
11
Auferweckung des Jairi Tochter | Mk 5,21-43 | 5,36
Heilung einer kranken Frau | 5,24-34 | 5,34


Sei ohne Furcht. Glaube nur!
Dein Glaube hat dir geholfen.
• Galiläisches Meer (See Genezareth)
• Rückfahrt zum anderen Ufer (Jesus mit Begleitern)
• Blutlüssige Frau, Menschenmenge, Weg zu Jairus
• Haus des Synagogenvorstehers, Angehörige
• Jesus, Petrus, Jakobus, Johannes, Eltern, Tochter 

Jesus fuhr im Boot wieder ans andere Ufer hinüber
und 
eine große Menschenmenge
versammelte sich um ihn

während er noch am See war,
• kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm
• als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und
• flehte ihn um Hilfe an
er sagte:
• Meine Tochter liegt im Sterben
• Komm und leg ihr die Hände auf,
• damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt

da ging Jesus mit ihm
viele Menschen folgten ihm und

drängten sich um ihn

darunter war eine Frau,
die schon zwölf Jahre an Blutungen litt
sie war von vielen Ärzten behandelt worden und
hatte dabei sehr zu leiden
ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben,

aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern –
ihr Zustand war immer schlimmer geworden

sie hatte von Jesus gehört

nun drängte sie sich in der Menge
von hinten an ihn heran und
berührte sein Gewand
denn sie sagte sich:

• Wenn ich auch nur sein Gewand berühre,
werde ich geheilt

sofort hörte die Blutung auf und
sie spürte deutlich,
dass sie von ihrem Leiden geheilt war
im selben Augenblick fühlte Jesus,
dass eine Kraft von ihm ausströmte,
und er wandte sich in dem Gedränge um
und fragte:

• Wer hat mein Gewand berührt?
seine Jünger sagten zu ihm:
Du siehst doch,
wie sich die Leute um dich drängen, 
und da fragst du:
Wer hat mich berührt?
er blickte umher,
um zu sehen, wer es getan hatte

da kam die Frau, zitternd vor Furcht,
weil sie wusste, was mit ihr geschehen war
sie fiel vor ihm nieder und
sagte ihm die ganze Wahrheit
er aber sagte zu ihr:

• Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.
• Geh in Frieden!
• Du sollst von deinem Leiden geheilt sein

während Jesus noch redete, kamen Leute,
die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten,

und sagten zu Jaïrus:
• Deine Tochter ist gestorben
• Warum bemühst du den Meister noch länger?
Jesus, der diese Worte gehört hatte,
sagte zu dem Synagogenvorsteher:
• Sei ohne Furcht. Glaube nur!
• und er ließ keinen mitkommen
außer Petrus, Jakobus und Johannes,
den Bruder des Jakobus

sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers
als Jesus den Lärm bemerkte und hörte,
wie die Leute laut weinten und jammerten,
trat er ein und sagte zu ihnen:
Warum schreit und weint ihr?
as Kind ist nicht gestorben, es schläft nur
da lachten sie ihn aus
• er aber schickte alle hinaus und
• nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern
• mit in den Raum, in dem das Kind lag
• er fasste das Kind an der Hand und
sagte zu ihm:
• Talita kum!, das heißt übersetzt:
• Mädchen, ich sage dir, steh auf!
sofort stand das Mädchen auf
und ging umher
es war zwölf Jahre alt
die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen
doch er schärfte ihnen ein,
niemand dürfe etwas davon erfahren
dann sagte er,
man solle dem Mädchen etwas zu essen geben

Heilung durch den Glauben an Christus
Jesus heilt durch seine spirituelle Kraft
Berühung überträgt die heilende Energie
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Drei Höhepunkte des Wunderwirkens (4,35-5,43)
Wer ist dieser Mensch?
10
Austreibung des Dämons „Legion“ | Mk 5,1-20 | 5,7
Jesus, Sohn des höchsten Gottes
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• anderes Ufer, Gebiet von Gerasa
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern

als er aus dem Boot stieg –
lief ihm ein Mann entgegen,
der von einem unreinen Geist besessen war

er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte
• man konnte ihn nicht bändigen,
• nicht einmal mit Fesseln
schon oft –
hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt,
• aber er hatte die Ketten gesprengt und
• die Fesseln zerrissen
niemand konnte ihn bezwingen,
bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich
• in den Grabhöhlen und
• auf den Bergen und
schlug sich mit Steinen
als er Jesus von weitem sah –
• lief er zu ihm hin
• warf sich vor ihm nieder
und schrie laut:

Was habe ich mit dir zu tun,
• Jesus, Sohn des höchsten Gottes?
• Ich beschwöre dich bei Gott,
• quäle mich nicht!
Jesus hatte nämlich zu ihm gesagt:
• Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!
Jesus fragte ihn:
• Wie heißt du?
Er antwortete:
• Mein Name ist Legion,
• denn wir sind viele
und er flehte Jesus an,
sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen
nun weidete dort an einem Berghang
gerade eine große Schweineherde
da baten ihn die Dämonen:
• Lass uns doch in die Schweine hineinfahren!
Jesus erlaubte es ihnen
darauf verließen die unreinen Geister

den Menschen und
• fuhren in die Schweine und
• die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See
• es waren etwa zweitausend Tiere und
• alle ertranken
die Hirten flohen und
• erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern
• darauf eilten die Leute herbei,
• um zu sehen, was geschehen war.
sie kamen zu Jesus und
• sahen bei ihm den Mann,
• der von der Legion Dämonen besessen gewesen war
• er saß ordentlich gekleidet da und
• war wieder bei Verstand
da fürchteten sie sich
die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen,
• was mit dem Besessenen und
• mit den Schweinen geschehen war.
• darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen
als er ins Boot stieg,
• bat ihn der Mann,
• der zuvor von den Dämonen besessen war,
• bei ihm bleiben zu dürfen
aber Jesus erlaubte es ihm nicht,
sondern sagte:
• Geh nach Hause und
• berichte deiner Familie alles,
• was der Herr für dich getan und
• wie er Erbarmen mit dir gehabt hat
da ging der Mann weg und
• verkündete in der ganzen Dekapolis,
• was Jesus für ihn getan hatte,
• und alle staunten

Jesus als Therapeut, der das Dämonische bannt
Zerfall der Psyche („viele“) als Signum des Übels 
Heilung mittels Austreibung, nicht durch Vernichten
Integrative Kraft des »Neuen Seins« vertreibt das Böse
Berühung mit Gott läutert, bestärkt, eint die Seele
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Drei Höhepunkte des Wunderwirkens (4,35-5,43)
Wer ist dieser Mensch?
9
Stillung des Sturms auf dem Meer | Mk 4,35-41 | 4,39
Warum habt ihre solche Angst?
• Fahrt zum anderen Ufer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• im Boot mit Begleitbooten

am Abend dieses Tages
sagte er zu ihnen:
Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren
• sie schickten die Leute fort und
• fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg
• einige andere Boote begleiteten ihn
plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und
die Wellen schlugen in das Boot,
sodass es sich mit Wasser zu füllen begann
• er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen
• und schlief
• sie weckten ihn und riefen:
Meister, kümmert es dich nicht,
dass wir zugrunde gehen?
• da stand er auf, 
• drohte dem Wind und
• sagte zu dem See: 
Schweig, sei still!
• und der Wind legte sich
• und es trat völlige Stille ein
er sagte zu ihnen:
Warum habt ihr solche Angst?
Habt ihr noch keinen Glauben?
• da ergriff sie große Furcht und
• sie sagten zueinander:
Was ist das für ein Mensch,
dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

Christus als Inbild des reinen Gottvertrauens
Ruhe/Schlaf Christi sinnbildet Gelassenheit

Angstfreiheit vor Naturgewalten als Glaubensprobe
Glaube als Zentrum der Gottesbeziehung
Angststeigerung im Daseinsfeld der Gottesferne 
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
8
Schlusswort der Gleichnisrede | Mk 4,33-34 | 4,34
Seinen Jüngern erklärte er alles.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

durch viele solcher Gleichnisse
verkündete er ihnen das Wort
so – wie sie es aufnehmen konnten
er redete
• nur in Gleichnissen zu ihnen
• seinen Jüngern
aber erklärte er alles
wenn er mit ihnen allein war

Interne Jüngerbelehrung
Unterscheidung zw. Schülerkreis u. Volksmenge
Nachfolge als spiritueller Lernprozeß
keine Weisheit ohne Einsamkeit
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
7
Gleichnis vom Senfkorn | Mk 4,30-32 | 4,31
Es gleicht einem Senfkorn.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen?
es gleicht –
einem Senfkorn:
• dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern
• die man in die Erde sät
ist es aber gesät:
• dann geht es auf 
• wird größer als alle anderen Gewächse
• „treibt“ große „Zweige“ –

so daß:
• „in seinem Schatten
• die Vögel des Himmels nisten können“
(Dan 4,8ff.; Ez 17,23)

2. Gleichnis von der Gottesherrschaft
Interne Jüngerbelehrung (Frage an die Schüler)
Größe des Senfkorns: 0,95 mm; Staude: bis 3m
Vergleich zu allen Gartengewächsen
Grundsatz: »Erhöhung des Niedrigen« (Mt 23,12)
verborgene Machtfülle Gottes
Senfkorn
Gottes Präsenz
Säen in die Erde
Gott in Christus/Seele
Kleinstes-Sein
Verborgenheit Gottes
Wachsen 
Evolution des Geistes
große Staude
endzeitliches Friendensreich
Schatten/Zweige
Schutz durch Geistesfülle
Vögel des Himmels
gesammeltes Gottesvolk
Nisten-Können
Wohnen in Gott
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
6
Gleichnis von der wachsenden Saat | Mk 4,26-29 | 4,28
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

mit dem Reich Gottes ist es so
wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät:
• dann schläft er und  steht wieder auf
• es wird Nacht und wird Tag
• der Samen keimt und wächst
• und der Mann weiß nicht wie
die Erde bringt von selbst ihre Frucht
• zuerst den Halm
• dann die Ähre
• dann das volle Korn in der Ähre
sobald aber
• die Frucht reif ist
• „legt er die Sichel an –
• denn die Zeit der Ernte ist da“ (Joel 4,13)

1. Gleichnis von der Gottesherrschaft
Interne Jüngerbelehrung
Glaubenswachstum ist ein Wunder
Wesentliches geschieht »von selbst«
Reifsein und Ernte ist ein Augenblick 
Mensch, der sät
Christus (Evangelium)
Saat
Wort Gottes (Talente)
Acker
Menschenherz (Welt)
Tag und Nacht
Lebenzeit (Biografie)
Wachsen 
Glaubensstufen (Reifen)
Nicht-Wissen »Wie«
Geheimnis Gottes (Wunder)
von selbst
aus Gottes Geist (kein Werk)
reife Frucht
ganzer Glaube (Gottesfülle)
Sichel
Todesstunde (Vorsehung)
Ernte
Weltgericht (Gotteinung)
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
5
Spruchfolge vom Maß | Mk 4,24-25 | 4,25
Denn wer hat, dem wird gegeben.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

nach dem Maß
• mit dem ihr meßt
• wird euch zugeteilt werden
es wird euch noch mehr gegeben

Grundsatz „Maß um Maß“ (Mt 7,2)
Wer nicht Glauben hat, hat »Nichts«
Ohne Gott ist alles Haben nichtig
Mensch ohne Güte richtet sich selbst
wer hat
(Gottvertrauen)
dem wird gegeben
und mehr
wer nicht hat 
(Werkgerechtigkeit)
dem wird weggenommen
was er hat
Interne Jüngerbelehrung
Geheimnis des Reich Gottes (göttliche Güte)
Erfahrene Gnade als Maß der Verkündigung
Gottes Gericht ist ohne Berechnung (Mt 20,21)
3. Weckruf: „Achtet auf das, was ihr hört!“ (4,24)
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
4
Spruchfolge von der Lampe | Mk 4,21-23 | 4,22
Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

zündet man ein Licht an
• und stülpt ein Gefäß darüber?
• oder stellt es unter das Bett?
stellt man es nicht auf den Leuchter?
• nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird
• nicht Geheimes, das nicht an den Tag kommt
→ oder:
kommt denn die Lampe, damit sie
unter den Scheffel gesetzt wird
oder unters Bett

kleine Öllampe aus Ton (in jedem Haushalt)
Scheffel: Getreidemaß (Gefäß zum Löschen)
Leuchter: eisener Halter mit hohem Fuß
Licht (Lampe)
Wort Christi → Samenkorn (4,14)
Gefäß darüber
missionarische Resignation
unter das Bett
esoterische Geheimhaltung
auf Leuchter
offene Verkündigung
Interne Jüngerbelehrung
Gebrauche Wesentliches in rechter Weise
Person u. Lehre als »Licht« (Mt 5,16; Joh 8,12)

Im Licht Christi wird alle Wahrheit offenbar (Mt 10,26)
2. Weckruf: „Wer Ohren hat zum Hören, der höre!“ (4,23)
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
3
Gleichnisdeutung | Mk 4,13-20 | 4,14
Der Sämann sät das Wort.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht,
wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen

Schlüssel zu allen Gleichnissen
Allegorische Deutung
Interne Jüngerbelehrung
Sämann
 
Christus
Verkündigung
Samenkörner
 
Gottes Wort
Evangelium
Weg
Vögel fressen Körner
Vergessen
Satan nimmt Wort weg
felsiger Boden
Sonne versenkt Saat
Unbeständigkeit
Abfall bei Bedrängnis
Dornen
Überwuchern
Verdrängung
Sorgen, Reichtum, Gier
guter Boden
Frucht bringen
Hören, Aufnehmen
Glaubenswachstum
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
2
Frage nach den Gleichnissen | Mk 4,10-12 | 4,11
Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• Jesus mit Zwölferkreis, Begleitern
• abseits der Menschen

als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war
fragten sie ihn nach dem Sinn der Gleichnisse

Verstockungslogion (4,12):
„Sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen.
 Hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen,
 damit sie sich nicht bekehren und
 ihnen nicht vergeben wird.“ 
 → oder:
„vielleicht werden sie sich bekehren
 und wird ihnen vergeben.“ (Jes 6,9f)
Verborgenheit des Reiches Gottes
Paradoxie von Freiheit/Erwählung (Mt 22,14)
Jesu Lehrtätigkeit und Wundertaten (Mk 3,7-6,29)
Mysterium der Gottesherrschaft (4,1-34)
Große Gleichnisrede
1
Gleichnis vom Sämann | Mk 4,1-9 | 4,8
Ein anderer Teil fiel auf guten Boden und brachte Frucht.
• am Galiläischen Meer (See Genezareth)
• große Hörermenge am Ufer
• Zwölferkreis, Begleiter
• Jesus lehrt sitzend vom Boot aus

ein Sämann geht aufs Feld, um zu säen
ein Teil der Körner fällt:
• auf den Weg
   Vögel kommen, fressen sie auf
• auf felsigen Boden, Erdreich nicht tief
   keine Wurzeln, Sonne versenkt die Saat
• in die Dornen
   Dornen wachsen, ersticken die Saat
• auf guten Boden
   bringt Frucht: 30fach, 60fach, 100fach

Gleichnis vom Schicksal der Saat
3 + 1 Menschengruppen
3 Grade des Fruchtbringens
1. Weckruf: „Wer Ohren hat zum Hören, der höre!“ (4,9
)

Christus Mystagogus
Ich bin der Weg (Joh 14,6)